Projekt "Gesundes Unternehmen" Zum Thema Die Zahl der Fehltage und die der frühzeitigen Berentung durch psychische Erkrankungen sind alarmierend. Personalverantwortliche wissen, dass im betrieblichen Gesundheitsschutz die psycho-sozialen Aspekte gleichrangig neben den arbeitsmedizinischen gesehen werden müssen.

Die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt haben sich von körperlichen zu psychosozialen Belastungen verschoben. Während körperliche und chemische Belastungen heute weitgehend arbeitsmedizinisch kontrolliert werden und Fehlzeiten durch Arbeitsunfälle deutlich reduziert wurden, hat die Bedeutung von psychischen Erkrankungen als Ursache für Krankschreibungen und Erwerbsunfähigkeit deutlich zugenommen.

Die aktuellen Entwicklungen in der Arbeitswelt unterliegen seit längerem vielfältigen Wandlungsprozessen. Durch die Zunahme kundenorientierter Dienstleistungen haben sich die Anforderungen an Berufstätige deutlich verändert. Es sind besonders soziale, emotionale und kommunikative Kompetenzen, die neben fachlichen Fähigkeiten verlangt werden. Dies gilt nicht nur aber besonders für Führungskräfte. Die Anforderung im Team zu arbeiten, Entscheidungen sicher zu treffen, am Erfolg orientiert zu sein und ein konstruktiver Umgang mit Kritik und Konflikten stellen vielfach hohe soziale und emotionale Hürden dar, die zu Belastungen und Problemen führen können.

Darüber hinaus verlangen Globalisierung und rascher technischer Wandel ein hohes Maß an Flexibilität, die Bereitschaft zum ständigen Neulernen und zur Selbständigkeit sowie eine hohe Eigenmotivation. Besonders Flexibilität ist gefragt. Arbeitszeit- und Arbeitsplatzveränderungen, Wechsel des Arbeitsortes und der Aufgabenbereiche verlangen ebenso andauernde Anpassungsleistungen wie der Umgang mit immer wieder neuen Kollegen und Vorgesetzten.

Arbeitsorganisationen müssen sich heute vermehrt dem internationalen Wettbewerb stellen. Das Überleben von Firmen hängt ganz wesentlich von der Effizienz ab. Eine Steigerung von Effizienz wird durch Intensivierung der Arbeit und höhere Leistungs- und Qualifikationsanforderungen angestrebt. Intensivierung der Arbeit bedeutet höheren Zeitdruck, Verlängerung der Arbeitszeiten, Zunahme der Komplexität der Arbeit, Verdichtung der Arbeitsinhalte, -abläufe und der Informationen.

Gleichzeitig wächst bei den Mitarbeitern die Arbeitsplatzunsicherheit. Die Unkontrollierbarkeit der eigenen beruflichen Entwicklung, die Angst, die Arbeit zu verlieren, aber auch die Angst vor dem Verlust der Karrierechancen, der Lohnstufe oder des beruflichen Handlungsspielraumes stehen mit psychischen und psychosomatischen Symptomen in einem engen Zusammenhang. Andererseits werden durch die Sorge um den Arbeitsplatz auch die Arbeitsleistung, die Arbeitszufriedenheit und die Einstellung zur Firma negativ beeinflusst. Die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes kann zu exzessivem Arbeitsverhalten und/oder zum Arbeiten trotz Krankheit führen. Dies kann auf Dauer die Gesundheit und die Erwerbsfähigkeit gefährden.

Die Bedeutung von psychischen Erkrankungen für Fehlzeiten und die Erwerbsunfähigkeit zeigt sich an folgenden Zahlen: Der Anteil an psychischen Störungen an allen Krankmeldungen beträgt ca. 12,5 %. Die Fehlzeiten betragen im Durchschnitt 30 Tage und der Anteil an Frühberentungen wegen psychischen Erkrankungen liegt bei ca. 40%. Es sind vor allem Depressionen, Schmerzsyndrome, psychosomatische Störungen und Angststörungen die hierbei eine Rolle spielen.

Obwohl die psychosozialen Belastungen am Arbeitsplatz in der Regel nicht die alleinige Ursache für die Entstehung psychischer Erkrankungen sind, kann dennoch davon ausgegangen werden, dass durch die beschriebenen Veränderungen in der Arbeitswelt und anderen Bedingungen am Arbeitsplatz der Ausbruch von psychischen Erkrankungen begünstigt werden kann. Dies ist dann der Fall, wenn z.B. Hektik, Zeit- und Termindruck, hohes Arbeitstempo, Mehrfachanforderungen und große Arbeitsmengen aber auch Konflikte zu Überforderungen und Stress führen.

Die Lösung:

Betriebliches Gesundheitsmanagement
Seit einiger Zeit werden für Betriebe vor allem mit dem Fokus auf Prävention verschiedene Gesundheitsmaßnahmen angeboten. Im Vordergrund steht der Umgang mit Stress. Die Verantwortung im Umgang mit arbeitsbezogenem Stress liegt sowohl bei den Beschäftigten als auch bei den Organisationen. Dabei bildet die organisationale Perspektive den Rahmen, um Maßnahmen auf der individuellen Ebene durchzuführen. Wer Eigeninitiative von Mitarbeitern fordert, muss ihnen Möglichkeiten eröffnen, im Umgang mit Stress aktiv zu werden. Umgekehrt müssen Betroffene stressbezogene organisationale Maßnahmen nutzen können und wollen. Um Stress zu reduzieren oder zu vermeiden, sind umfassende Maßnahmen notwendig, die wie oben erwähnt individuelle und organisationale Aspekte berücksichtigen und an möglichst vielen Komponenten des Stressprozesses ansetzen: An den Stressoren, an der individuellen Bewertung der Stressoren, an den Bewältigungsstrategien, an der Stressreaktion und an den Stressfolgen. Für alle diese Elemente des Stressprozesses lassen sich sowohl auf der Organisationsebene als auch auf der individuellen Ebene Maßnahmen und Interventionen gestalten.

Nach eingehenden Analysen werden maßgeschneiderte Konzepte erarbeitet, die dann auch nachhaltig wirken. Kochrezepte à la ‚Man nehme einen Kurs Stressbewältigung und alles wird gut' greifen oft nicht weit genug. Effektive Beratungskonzepte berücksichtigen immer die Kompetenzen von Beschäftigten und Potenziale von Organisationen und helfen diese ständig weiter zu entwickeln. Es geht um einen nachhaltigen Veränderungsprozess hin zum "gesunden Unternehmen".

Erfahrungen zeigen, dass diese Maßnahmen mittel- bis langfristig vor allem dann effektiv sind, wenn sie als Projekt der Organisationsentwicklung alle relevanten Strukturen der Firmen berücksichtigen. Ziel ist es, einerseits gesundheitsbeeinträchtigende Arbeitsbedingungen zu reduzieren bzw. zu vermeiden und andererseits gesundheitsfördernde Potentiale zu schaffen, so dass eine optimale Balance zwischen Leistung und Gesundheit entsteht. Damit zieldienliche Veränderungen erreicht werden können, muss sowohl eine organisationsbezogene als auch eine personenbezogene Perspektive berücksichtigt werden.

Module des betrieblichen Gesundheitsmanagements Auf der Basis von Erkenntnissen aus der Arbeits- und Betriebspsychologie sowie der Klinischen Psychologie und Gesundheitspsychologie einerseits und der Sportwissenschaft andererseits erarbeiten wir mit Ihnen für Ihr Unternehmen passgenaue Konzepte. Wir orientieren uns nach Ihren Bedürfnissen und Anliegen. Alle nachfolgenden Angebote können je nach Bedarf sowohl als Projekt der Organisationsentwicklung als auch als Einzelleistung genutzt werden.

  • Analyse der Ist-Situation und laufende Überprüfung und Verbesserung der Wirksamkeit von geplanten und getroffenen Maßnahmen
  • – Organisationsbezogene Analyse
    – Personenbezogene Analyse
  • Stress- und Burnout-Prophylaxe
  • – Antistressprogramm "Sicherheitsschuhe für die Seele"
    – Soziale Kompetenzen
    – Selbstcoaching
    – Zeitmanagementtraining
  • Gesundheitscoaching für Führungskräfte
  • – Gesundheitsorientierung für sich selbst
    – Gesundheitsorientiertes Führungsverhalten
  • Gesundheitsförderlichkeit in der Arbeits- und Aufgabengestaltung
  • – Gesunde Arbeitsbedingungen und Gestaltung von Arbeitsaufgaben
  • Gesundheitsmaßnahmen im engeren Sinne
  • – Funktionelles Training und Bewegung
    – Mobile Massage

Ein strukturelles Gesundheitsmanagement führt zur Senkung des Krankenstandes, erhöht die Arbeitszufriedenheit und steigert die Leistung.

Fazit:

Ein gesundes Unternehmen braucht gesunde Mitarbeiter
  • Mitarbeiter sind die wesentliche Ressource eines Unternehmens
  • Gesunde, leistungsfähige, engagierte Mitarbeiter sind ein Wettbewerbsvorteil
  • Die Gesundheit der Mitarbeiter lässt sich beeinflussen
  • Gesundheitsorientierung in Firmen ist besonders auch unter ökumenischen Gesichtspunkten vorteilhaft
Nähere Infos unter www.diplom-psychologen-atzinger.de
Kontakt: Tel. 02602 2622 - E-Mail: KurtAtzinger@freenet.de